Unterwasser-Rugby

Wie spielt man Unterwasser-Rugby?

Man spielt im Hallenbad apnoe, das heißt ohne Tauchgerät. Ziel bei dieser womöglich einzigen dreidimensionalen Mannschaftssportart ist es, den salzwassergefüllten Ball in einer Spielzeit von etwa 2 x 15 Minuten so häufig wie möglich in den auf dem Beckenboden stehenden gegnerischen Metallkorb zu platzieren. Bei Spielbeginn liegt der Ball in der Mitte des Beckenbodens und die Spieler befinden sich jeweils an ihrer Torseite. Beim Anpfiff mittels einer Hupanlage, die auch unter Wasser zu hören ist, stürzen sich die einzelnen Spieler tauchend und das Wasser aufwirbelnd auf den Ball. Der Ball darf nur unter Wasser geführt/gestoßen werden und wandert so über die einzelnen Spieler in Richtung gegnerisches Tor.

Dabei darf nur der ballführende Spieler angegriffen werden, um in den Besitz des Balles zu gelangen. Dies erfordert eine gewisse Schnelligkeit und besondere Übersicht des ballführenden wie auch des angreifenden Spielers. Allerdings muss die Attacke, überwacht von einem Überwasser-Spielleiter und zwei Unterwasser-Schiedsrichtern, regelgerecht und sportlich fair bleiben. So wird das Angreifen der Ausrüstung, wie z.B. Hose runterziehen oder Maske lüften, Schlagen, Würgen, Festhalten und Verkeilen im Tor/Korb sowie falsches Wechseln als Foul mit Freiwürfen, Zeitstrafen und Strafwürfen – Elfmeter – geahndet. Natürlich kann das Gerangel um den Ball etwas ruppig zugehen, doch sind ernsthafte Verletzungen die absolute Ausnahme.

Dies ist kein Sport für grobschlächtige, einzelkämpferische Kraftprotze, sondern Schnelligkeit, Beweglichkeit, Ausdauer, Übersicht und faire Härte sind gefragt. Deshalb ist dies auch eine gemischte Sportart, das heißt, Frauen und Männer spielen zusammen. Während des Spieles können die im Wasser befindlichen Spieler beliebig oft fliegend wechseln, wie beim Eishockey. Dies ist besonders wegen der großen Anstrengung unter Wasser auch nötig, wo man bekanntlich ja keine Luft bekommt.

Was braucht man?

  • Spielerinnen und Spieler sind ausgerüstet mit Flossen, Taucherbrille und Schnorchel, sowie weißer oder blauer Hose und Kappe. Scharfkantige und lange Fingernägel sind nicht erlaubt.
  • Zwei Mannschaften mit je maximal 13 SpielernInnen, davon sind je 6 (ein Tormann und 5 Feldspieler) im Wasser, je 5 zum fliegenden Wechsel auf der Auswechselbank und je 2 Reservespieler.
  • Ein Spielbecken zwischen 3,5 m und 5 m tief, 8 m und 12 m breit und 12 m und 18 m lang. Eine Auswechselgasse von 3 m Breite entlang der Längsseite ist für Turniere zusätzlich erforderlich.
  • Zwei starre Metallkörbe von ca. 40 cm Durchmesser und 45 cm Höhe am Boden der Schmalseiten des Beckens.
  • Einen Ball. Der Ball besteht aus einer Plastikblase von 16 bis 17 cm Durchmesser und ist mit Salzwasser gefüllt. Dadurch hat er eine Sinkgeschwindigkeit von ca. 1 m/s und kann unter Wasser ca. 2 bis 3 m gezielt gestoßen werden.

Für Turniere benötigt man zusätzlich

  • Einen Spielleiter für Überwasser und zwei Schiedsrichter mit Presslufttauchgeräten für Unterwasser.
  • Eine Hupanlage mit drei Drückern für Spielleiter und Schiedsrichter, die unter Wasser zu hören ist.
  • Einen Protokolltisch mit Protokollführer, Zeitnehmer, Stoppuhren und Spielprotokollen.